Montag, 29. August 2016

Time to say goodbye.....

Hier ist mein 3. offizieller Bericht:



Jetzt ist die Zeit gekommen, sich auch schon wieder zu verabschieden. Die letzten 12 Monate vergingen wie im Flug. Mir kommt es vor als wäre ich erst seit zwei Wochen hier im wunderschönen Sibiu. Doch jetzt heisst es Abschied nehmen von dem Land, der Stadt und den Menschen die ich in diesem Jahr alle unglaublich ins Herz geschlossen habe. Und ich muss ehrlich gestehen - ich habe mich verliebt! Ich habe mich verliebt in Sibiu! Doch wie geht es nun weiter?


Als ich am 23.08.2015 in Karlsruhe in dem Bus Richtung Sibiu gestiegen bin, hatte ich ehrlich gesagt schon sehr weiche Knie. Eingeschüchtert von der Tatsache nun ein Jahr im Ausland ohne Eltern oder bekannte Gesichter ganz auf sich allein gestellt, zu verbringen. Doch jetzt im Nach- hinein betrachtet, hätte ich gerne noch ein Jahr drangehängt!




Für mich hat sich einiges in diesem Jahr verändert. Ich merke, ich bin viel selbständiger und selbstbewusster geworden, denn ich hatte endlich etwas gefunden, in dem ich auch ein kleiner Experte sein konnte. Mit Anbeginn des Jahres musste ich alleine durch ungewohnte und teils auch unangenehme Situationen gehen und meine Probleme von nun an selbst lösen.

Ich habe durch dieses Jahr bald festgestellt was meine Berufung ist. Ich habe mich in der Tätigkeit als Altenpflegerin total wiedergefunden und mich auch bald um eine Ausbildungsstelle als Heilerziehungs- und Altenpflegerin beworben und glücklicherweise auch gleich eine Zusage erhalten. Somit werde ich Anfang Oktober diesen Jahres meine Ausbildung in Kork beginnen.
Für meine Arbeitsstelle hier im Carl-Wolff Heim hat sich seit ich hier bin einiges verändert. Das lang geplante Kinderhospiz wurde endlich eröffnet. Hier werden Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Behinderungen aufgenommen und behandelt. Bei meiner Abreise waren es schon mittlerweile fünf Kinder die dort liebevoll betreut und zusammen mit ihren Angehörigen begleitet wurden.




Für die Menschen die ich dort betreut habe und auch für jene mit denen ich zusammen arbeiten durfte, bleibt hoffentlich der Eindruck eines immer lachenden und stets gut gelaunten, liebevollen und aufgeweckten jungen Mädchens. Es war mir immer ein Anliegen den Pflegebedürftigen nie das Gefühl zu geben eine Last oder dort unerwünscht zu sein. Natürlich muss man manche Hemmschwellen und auch Berührungsängste überwinden. Doch dies fiel mir erstaunlicherweise sehr leicht. Alle pflegerischen Tätigkeiten wurden mir schon ab dem ersten Tag beigebracht, und schon nach der ersten Woche begann ich selbständig zu pflegen. Dies bereitete mir Freude, denn so konnte ich die Bewohner am meisten unterstützen.
Viele von ihnen habe ich auch unglaublich in mein Herz geschlossen. Ich habe mit einigen eine sehr enge Verbindung aufgebaut, so dass ich für sie wie zu einer Ersatz-Enkelin wurde. Natürlich war das nicht mit allen möglich, aber ich habe mich immer gefreut wenn sie sich auch für das Leben anderer interessiert haben. Ich vermisse meine Kollegen als auch die Bewohner sehr, denn sie sind mir alle sehr ans Herz gewachsen. Ich war eben immer die „Kleine“ die noch ein bisschen schutzbedürftig war.




Meine Erwartungen hinsichtlich diesen Jahres haben sich überhaupt nicht erfüllt. Sie haben sich um einiges übertroffen!
Ich hätte nie gedacht so enge Freundschaften hier zu schließen und dieses Jahr mit wahnsinnig vielen neuen, persönlichen Erfahrungen bereichern zu können.  Generell muss man sagen, dass mir die Menschen hier viel offener und lebenslustiger erschienen, als in Deutschland. Das ist natürlich reine Wahrnehmungssache.




Ich möchte noch gar nicht daran denken, dass es für mich schon bald wieder nach Hause geht. Ich habe mich sehr an das Leben in der Stadt gewöhnt und es fällt mir schwer dies bald wieder aufgeben zu müssen.
Doch allmählich heisst es sich nun wieder der Realität in Deutschland und somit auch der Zukunft zuzuwenden. Diese wird für mich, wie schon erwähnt am 4. Oktober in Kehl/Kork, beginnen. Ich freue mich wahnsinnig den Ausbildungsplatz bekommen zu haben, da dies noch eine Modellausbildung ist und daher nur eine begrenzte Anzahl von Plätzen zur Verfügung stehen.


Ich möchte mich von ganzen Herzen bei meinen Unterstützerinnen und Unterstützern, für dieses wundervolle, ereignisreiche, einzigartige und lehrreiche Jahr bedanken. Ohne euch wäre das nicht möglich gewesen. Ich habe mich über jede einzelne ermutigende und interessierte Nachricht gefreut. Durch euch habe ich immer wieder neue Kraft geschöpft und habe mich bestätigt gefühlt, indem was ich gerade tat.




Multumesc foarte frumos pentru ajutor si pentru suportul vostru!!!





So nun werde ich mich aber hinsetzen und einen der letzten schönen Sonnenuntergänge aus meinem Fenster beobachten und Rumänien noch einmal richtig geniessen und auskosten!






Bis bald meine Lieben,



Eure Anna

Sonntag, 17. Juli 2016

Endspurt

So, liebe Leute,

ich habe nach 5 Monaten absoluter Funkstille nun doch ein freies Wochenende gefunden, um euch über den aktuellsten Stand hier bei mir aus Rumänien bescheid wissen zu lassen.

Also zu allererst mir geht es gut! Nein, es geht mir sehr gut! Allerdings haben sich in den letzten Tagen, ein paar Dinge ereignet die eher unangenehm sind. Wie zum Beispiel ist mir zuerst mein Handy kaputt gegangen, das bedeutet alle Kontakte und Daten, fort. Und als ob damit nicht genug gewesen wäre ist meine Visa Karte samt Geldbeutel am nächsten Tag nicht mehr auffindbar gewesen. 

Dank Skype und einem alten Ersatz Handy, konnte ich meine Eltern erreichen und ihnen von dem ganzen Geschehenen erzählen. Sie haben mir dann von Deutschland aus geholfen in dem sie die Karte sperren ließen und mir dann helfend zur Seite standen. 
Das sollte es aber ach schon gewesen sein mit den ganzen Hiobsbotschaften!

Jetzt will ich aber eher zu den erfreulicheren Dingen kommen.
Das Wetter ist hier eigentlich sehr heiß und die Sonne ist wahnsinnig stark. Bei einer kurzen Besorgung in die Stadt, ist da der Sonnenbrand vorprogrammiert. Momentan haben wir aber eher Gewitter und Regen angesagt. Was mir nicht unrecht ist, dann kühlt sich die Luft wieder ein bisschen ab. Denn beim Arbeiten ist es wahnsinnig ungünstig, wenn es so brechend heiß ist. Am aller schönsten ist es, wenn man an solch Tagen baden muss. Dann ist es wie Sauna in dem großen Bad. Ansonsten macht mir das Arbeiten sehr viel Spaß!! Ich werde die Kollegen und die Bewohner hier sehr vermissen! Ich hatte sie von Anfang an ja alle in mein Herz geschlossen gehabt, aber jetzt hat man sich schon so aneinander gewöhnt und lieb gewonnen, dass mir einige Bewohnerinnen des Heims auch schon mitteilten dass sie gar nicht wüssten was sie ohne mich machen sollten. Ich bin hier wirklich teilweise zum Enkel-Ersatz der natürlich auch pflegt, geworden. Hier sind ein paar Bilder von Bewohnern mit denen ich eine sehr enge Bindung habe. Einige von ihnen können nicht mehr sprechen sind aber so ein herzige Menschen, die man einfach lieb haben muss. Ich habe noch ganz viele andere Bilder aber leider kann ich diese nicht zeigen, da mein Handy ja kaputt ist.

Hier sind sie:









Ein bisschen Frühjarsluft schnappen im Heimgarten.




Das ist Klara, wir haben uns hier so gut angefreundet und waren schon traurig dass wir uns nach dem Jahr nicht mehr sehen könnten bis wir herausfanden, dass wir beide ja aus der nähe von Freiburg sind.


Ich möchte mich an dieser Stelle bei all meinen Unterstützern recht herzlich dafür bedanken, dass sie mir dieses Jahr hier ermöglicht haben. Das ich die Chance hatte all diese lieben, netten und wunderbaren Menschen kennen lernen durfte und einige davon auf ihrem letzten Weg begleiten durfte. Ein riesengroßes Dankeschön für all die Erfahrungen die ich Dank euch sammeln und erleben durfte.

Ganz liebe Grüße,

Anna Huser


Montag, 15. Februar 2016

Two weeks off!

Als allererstes mal wieder eine Entschuldigung, für das lange Warten auf diesen Beitrag.

Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, ist über den Jahreswechsel enorm viel angefallen. Ich hatte über Silvester Besuch von meiner Familie und bin anschließend nach der Silvesternacht noch ein paar Tage nach "Hause" in unser Haus, hier in Rumänien gefahren. Es war sehr schön, seine Lieben wieder um sich herum zu haben, die Stimmen und Gerüche wieder aufsaugen zu können.
Der Abschied  Anfang Januar, fiel uns nicht sehr schwer, da wir uns sowieso in 2 Wochen (also jetzt) wieder sehen würden.
Momentan befinde ich mich in Deutschland und organisiere meine Zukunft. Außerdem stand ein großes Familienfest an. Und last but not least konnte ich endlich meinen Neffen sehen.

------2 Wochen später --------

Leider habe ich es nicht mehr geschafft, den Bericht fertig zu schreiben als ich noch in Deutschland war. Aber jetzt da ich krank im Bett liege, habe ich endlich wieder ein bisschen Zeit euch mitzuteilen, was bei mir so in den letzten Wochen los war.

Nachdem ich aus Deutschland zurückgekehrt bin, habe ich nochmal zwei Tage gearbeitet und bin dann am 30.01.2016 mit den anderen Freiwillgen vom FöF und drei ehemaligen, auf nach Sighet gefahren. In den Norden Rumäniens.
Einen kleinen Zwischenstopp haben wir in Cluj (Klausenburg) eingelegt um dort Mittagessen zu gehn und Ioana, unsere Gruppenleiterin abzuholen. Insgesamt waren wir an dem Tag ca. 10 Stunden mit Busfahren beschäftigt.
Leider konnte man landschaftlich nicht viel sehen, da es draußen so wahnsinnigen Tiefnebel hatte, sodass man nicht einmal einen Meter Sichtweite hatte.

Aber als wir dann endlich in Sighet ankamen sind wir gleich ins Hostel gekommen und haben mit verwundern festgestellt, dass unsere Matratzen zum großen Teil aus Heu bestanden.

In Sighet hatten wir dann die Möglichkeit viele imposante und geschichtsträchtige Bauwerke zu besichtigen. Einmal waren wir im MEMORIAL, das ein ehemaliges politisches Gefängnis war, in dem man in den Zellen verschiedene Themen behandelte. Natürlich war das große Hauptthema der Kommunismus.

Des weiteren haben wir auch eine Synagoge besucht. Wir waren auch auf dem Cimitirul Vesel ( lustiger Friedhof ) in Sapanta, bei dem eben die Besonderheit besteht, dass die Grabkreuze mit lustigen Gedichten über den Verstorbenen beschriftet sind. Das war eine ganz neue Erfahrungen, zu sehen wie dort mit dem Tod umgegangen wird.

Als unsere Tage der Reflexion in Sighet vorbei waren sind wir wieder mir dem Bus
zurück nach Cluj gefahren und hatten dann dort die Möglichkeiten in Einzelgesprächen sich mit der Organisation zu besprechen.

Wir waren dann außerhalb des Seminars noch einen Tag länger geblieben, und haben alle zusammen einen Escape-Room besucht und waren auch Laser-Tag spielen.

Am Samstag ging es dann wieder für alle nach Hause in Ihre Einsatzstellen. Doch ein paar von uns wollten nicht mit dem Bus fahren sondern sind von Cluj bis nach Sibiu getrampt.  Das war das erste mal, dass ich getrampt bin. Wir haben nur 2 Fahrer gebraucht für eine Strecke von ca. 300 km.

Die drei Ehemaligen sind dann noch bis letzten Mittwoch in Sibiu geblieben und wir haben noch einiges gemeinsam unternommen. Wie zum Beispiel, letzten Sonntag auf den Paltinis, das ist ein Berg in der Nähe von Sibiu. Dort sind wir zu fünft, gefühlt drei Stunden hochgewandert. Im Schnee, der mir bis zur Hüfte ging, und dann 30 Minuten wieder  hinunter.

Aber alles in allem,  war es sehr schön mal etwas neues zu entdecken.

Mit der Ausnahme, dass ich momentan krank bin, geht es mir wirklich gut!
Mein rumänisch und sächsisch machen merkbar Fortschritte.

Ich habe euch lieb, bedanke mich ganz herzlich, dass ihr so geduldig wartet bis ich mal wieder Zeit habe euch von meinen Erlebnissen hier zu berichten.

Anbei sind die ersten Bilder:









Kein Kommentar













The Ecape Room "The Experiment"

Viele Liebe Grüße aus Romania!!

Va pup! :*
Anna


Montag, 21. Dezember 2015

Weihnachten kann kommen!

Hallo Leute,

endlich habe ich mal wieder einen ruhigen Nachmittag gefunden euch von den Ereignissen der letzten Wochen zu berichten.

Jauchzet, frohlocket!

Am 6.12.2015, war endlich die Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J.S. Bach. Das Konzert lief hervorragend! Das Eingangsstück "Jauchzet, frohlocket", hat in der kalten und großen Stadtpfarrkirche gebebt! Das Konzert hat mir selbst als Chorsänger, mehrere Gänsehautmomente beschert. Für mich war es ein absoluter Herzenswunsch gewesen, dieses Stück einmal mitsingen zu dürfen.

Hier ein paar Bilder vom Konzert:



Die Kirche wars sehr gut besucht













Nach dem Konzert waren die Wochen wieder ruhiger. Dennoch ging es von einer Vorweihnachtlichen Aktion zur nächsten. Lebkuchen vererzieren und Plätzchen backen standen in der Arbeit auf dem Programm. Es hat sehr viel Spass gemacht und so habe ich auch schöne Bastel- und Backaktion mitmachen dürfen.


Das Basteln und Kleben mit den Bewohnern hat mir sehr viel Spaß gemacht!

Das fertige Lebkuchenhäuschen!






In dieser Woche, war auch eine Mitarbeiterweihnachtsfeier bei der es unglaublich wunderschön war ausserhalb der Arbeit zusammen zu sitzen und sich gegenseitig ein bisschen aus dem eigegen Leben erzählt hatte. Unter anderem gab es ein Krippenspiel und es kamen fünf Knaben die für uns Colinde gesungen haben. Wunderschön!
Hier ein paar Bilder und Videos:
Hier sind zwei meiner Arbeitskolleginnen, Dana und Diana.

video 

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  Das Colinde singen fand ich sehr schön und mir gefällt die Art der Musik! Es hat so was schönes, meditatives und beruhigendes. Es lässt einen, sich auf Weihnachten besinnen.



Carne de porc si carnati cu cartofi taranesti




Am Nikolaustag hatte sogar ich etwas vo meiner Tür stehen!



Auch im Heim werden unter den Bewohnern neue Freunschaften geschlossen!

Weihnachtsmarkt '15 in Hermannstadt







Mit diesen Bildern, verabschiede ich mich in die Weihnachtszeit! Ich wünsche ein frohes Fest und einen gruten Rutsch! Ich hoffe eure Vor-Weihnachtszeit war genauso schön wie meine:)

Hab euch alle ganz dolle lieb und wünsche warme und friedenerfüllte Grüsse aus Hermannstadt,

Eure Anna